Kapitel I
Die Vorzeichen
Lange bevor Ragnarök beginnt, künden Vorzeichen vom kommenden Untergang. Drei Winter folgen ohne einen Sommer dazwischen – der sogenannte „Fimbulwinter". Die Sonne verdunkelt sich, Brüder bekämpfen einander, und alle Bande der Treue zerbrechen.
Die Midgardschlange Jörmungand, die seit Urzeiten die Welt umschlingt, beginnt sich zu winden. Der Wolf Fenrir, von den Göttern einst gefesselt, reißt sich von seinen Ketten los.
Kapitel II
Die Heerscharen formieren sich
Loki, lange Zeit ein Gefangener der Götter, befreit sich aus seinen Fesseln. Er führt die Riesen und die Toten aus der Unterwelt Hel gegen Asgard, die Festung der Götter.
„Brüder werden kämpfen und sich gegenseitig töten – die Welt zerbricht in ihrer eigenen Wildheit.“
Heimdall, der Wächter der Götter, bläst sein Horn Gjallarhorn, um die letzte Schlacht einzuleiten. Auf der Ebene Vigrid versammeln sich die Heere – Götter auf der einen, Riesen und Ungeheuer auf der anderen Seite.
Kapitel III
Die letzten Duelle
Odin, der Allvater, stellt sich dem Wolf Fenrir – und wird von ihm verschlungen. Thor kämpft gegen die Midgardschlange Jörmungand; er tötet sie, stirbt jedoch selbst am Gift, das sie über ihn versprüht.
Loki und Heimdall treffen aufeinander und töten sich gegenseitig. Freyr, der Gott der Fruchtbarkeit, fällt gegen den Feuerriesen Surt, der schließlich die gesamte Welt in Flammen aufgehen lässt.
Kapitel IV
Untergang und Neubeginn
Die Welt sinkt ins Meer. Doch Ragnarök ist kein endgültiges Ende. Aus den Wassern erhebt sich eine neue, grüne Erde. Einige Götter – darunter Söhne Thors und Odins – überleben oder kehren zurück. Zwei Menschen, Lif und Lifthrasir, haben sich während der Feuersbrunst versteckt und werden die neue Welt bevölkern.
Ragnarök ist damit weniger eine reine Apokalypse als ein zyklisches Verständnis von Zeit – Untergang und Erneuerung gehören untrennbar zusammen.
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